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Nach der Wahl: Ein solcher Wahltag zwingt zur Ehrlichkeit

Die Landtagswahl vom 22. März 2026 liegt hinter uns – und sie hinterlässt gemischte Gefühle. Erstmals seit der Wahl 1987 wurde die CDU wieder stärkste Kraft in Rheinland-Pfalz, und die SPD erzielte mit rund 25,9 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis im Land. Damit endet nach 35 Jahren die ununterbrochen sozialdemokratisch geführte Regierung in der Mainzer Staatskanzlei. Das tut mir natürlich weh – und es wäre falsch, das schönzureden.

Umso mehr freue ich mich über das, was uns im Wahlkreis 18 gelungen ist: Dr. Denis Alt hat die Verantwortung als A-Kandidat übernommen und das Direktmandat errungen, und ich durfte als B-Kandidat aktiv daran mitarbeiten. Dieser lokale Erfolg ist kein Selbstläufer – er ist das Ergebnis von unzähligen Stunden ehrenamtlichen Einsatzes von Menschen, die für ihre Überzeugungen auf die Straße gegangen sind, Flyer verteilt, Gespräche geführt und Plakate geklebt haben. Dafür sage ich von Herzen Danke – an alle, die innerhalb und außerhalb der SPD im Wahlkreis 18 mit angepackt haben. Ihr habt diesen lokalen Erfolg erst möglich gemacht.

Und dennoch: Ein solcher Wahltag zwingt zur Ehrlichkeit. Die SPD hat in Rheinland-Pfalz fast zehn Prozentpunkte verloren. Alexander Schweitzer selbst räumte ein, dass das Ergebnis weit unter dem lag, was man sich vorgenommen hatte – und dass nicht alle Ursachen allein in Rheinland-Pfalz zu suchen seien. Das ist richtig.

Aber der fehlende Rückenwind aus Berlin allein erklärt nicht alles. Die SPD schafft es offensichtlich immer weniger, die Menschen zu erreichen, die sie erreichen möchte. Auch dass so viele junge Menschen sich den Populisten zugeneigt fühlen, schockiert mich in besonderem Maße. Das trifft uns auch im Nahe-Raum, in den Verbandsgemeinden, im ländlichen Raum direkt. Genau dort, wo ich seit Jahren arbeite und wo mein politisches Herz schlägt, müssen wir die Frage beantworten: Warum erreichen wir die Menschen nicht mehr, für die wir stets angetreten sind?

Es sind die Menschen, die morgens früh aufstehen und arbeiten gehen, die sich Sorgen um ihre Miete machen, um die Zukunft ihrer Kinder, um die Daseinsvorsorge in ihrem Dorf. Es sind jene, die sich soziale Gerechtigkeit nicht als abstrakten Programmpunkt wünschen, sondern als gelebte Wirklichkeit in ihrem Alltag. Es war immer mein Anspruch, für diese Menschen ein direkter Ansprechpartner zu sein – nicht nur zur Wahlzeit, sondern das ganze Jahr über. Daran halte ich fest.

Die SPD muss ehrlich mit sich sein: Welche Sprache sprechen wir? Wen erreichen wir noch? Und wen haben wir verloren?

Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind notwendig. Denn die SPD ist keine beliebige Partei – sie ist eine der tragenden Säulen unserer Demokratie und hat in ihrer Geschichte immer dann Großes bewirkt, wenn sie nah bei den Menschen war und mutig vorangegangen ist.

Klar ist, dass uns das Mandat, das wir hier vor Ort errungen haben, verpflichtet. Unabhängig von der Frage großpolitischer Stimmungslagen ist es die Aufgabe für uns vor Ort, den Menschen, die auf uns gesetzt haben, das zu geben, was sie zurecht von uns fordern: Bürgernähe, Augenhöhe und vollen Einsatz für die Belange unserer Gemeinden und Menschen in unserem schönen Wahlkreis.